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18/2901 Musik und Gesellschaft – Rituale zwischen Kult und Anpassung, Manipulation und Resistance   [01.06.2018 - Bildungsurlaube]

16.07. - 20.07.2018

Musik ist Lebensgefühl – beispielsweise Samba in Rio. Wer denkt da nicht an Karneval und an ekstatische Tanzrhythmen. Dass der Karneval ursprünglich von den portugiesischen Kolonialherren als "großzügige" Geste der weißen Sklavenhalter toleriert wurde, um die Sklaven nach wenigen Tagen Freiheitsgefühl für den Rest des Jahres auf den Zuckerrohren-Plantagen besser ausbeuten zu können, ist in der Regel kaum bekannt.

In anderen lateinamerikanischen Regionen hängt das Überleben afrikanischer Musik mit ihrem Verbot zusammen: Die als Sklaven verschleppten Afrikaner und Afrikanerinnen nahmen ihre Traditionen in die Fremde mit, wo ihre Musik eine Kultur des Überlebens und des Widerstandes bildete.

Ebenso bilden die verschiedenen Musikentwicklungen in Europa – von der Kirchenmusik, über die Klassik bis hin zur modernen Pop-Kultur – sowohl gesellschaftliche Entwicklungen, kulturelle Bindungen und emotionale Befindlichkeiten ab. Gesellschaftliche Anpassung und Manipulation kommen dabei ebenso zum Ausdruck wie Unterhaltung und Rebellion.

Im Seminar soll der Zusammenhang zwischen der sozialgeschichtlichen und musikalisch-kulturellen Entwicklung erarbeitet werden. Dabei wird es z.B. um traditionelle afrikanische Musikformen, lateinamerikanische Stilrichtungen, die Aufnahme europäischer Musiktraditionen bis hin zu Varianten des Blues, Rock, Reggae, Jazz, Soul, Pop, Rap u.a.m., sowie z.B. auch um die Höhepunkte und Krisen des deutschen Schlagers sowie gehen.

Und damit wir uns mit der Musik bewusst befassen können, wollen wir uns diese auch genau anhören. Anregungen der Seminarteilnehmer und -teilnehmerinnen sind willkommen.

Lernziele:

Die TeilnehmerInnen sollen sich einen Zugang zu den Ursprüngen von Musik sowie zu etablierter, oppositioneller und manipulativer Musik und des kommerzialisierten Musikgeschäfts erarbeiten. Sie sollen ihrem eigenen Zugang zur Musik nachgehen und reflektieren und sich darüber hinaus kritisch mit der Funktionalisierung von Musik für unterschiedlichste Ziele ebenso wie mit den menschlichen und gesellschaftlichen Elementen authentischer Widerständigkeit befassen. Sie sollen eine eigenständige interessenorientierte Haltung entwickeln und vertreten können.

Referent: Dr. Gerhard Wysocki, M.A.

Pädagogische Veranwortung: Ulrike Triebel - Bildungshaus Zeppelin

Preis: 380 € inkl. Übernachtung und Vollpension im EZ